Dr. Klaus Heer

Schweizer Illustrierte vom 7. August 2019
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«Diese Eheprobleme warten jetzt auf Heidi und Tom»

Heidi Klum und Tom Kaulitz schweben nach ihrem Jawort auf Wolke sieben. Doch wie stehen die Chancen der beiden auf eine lange und glückliche Ehe im Alltag? Experten sehen einige Herausforderungen auf die beiden Vermählten zukommen.

VON TOM WYSS
Sie sind seit kurzem Frau und Mann: Heidi Klum, 46, und Tom Kaulitz, 29, gaben sich am Wochenende bei einer feierlichen Zeremonie auf einem Schiff vor Capri (I) das Jawort. Derzeit befindet sich das frischvermählte Paar in den Flitterwochen, geniesst die ersten Tage seines geschlossenen Lebensbunds ebenfalls auf der italienischen Ferieninsel bei Liebes-Schönwetter.

«Sie müssen ihre Lebensphasen
anpassen»


Doch wie sehen die Ehe-Aussichten von Heidi und Tom eigentlich langfristig aus, im Ehe-Alltag? Experten stufen diese unterschiedlich ein. Kritische Worte findet etwa die deutsche Psychologin Elke Eyckmanns. Sie gibt zu bedenken, dass es bei den beiden zentral sei, die Lebensphasen anzupassen. «Heidi Klum hat zum Beispiel die Phase Elternschaft schon mit zwei Partnern gelebt, Tom Kaulitz noch nicht», sagt sie zum Kölner «Express».

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Tom habe das «geringste Gewicht» in der
Beziehung


Nicht zu unterschätzen sei auch die Tatsache, dass in der Familie Klum stets zwei weitere Männer imaginär am Tisch sitzen würden: Seal, 56, und Flavio Briatore, 69, die Väter von Heidis Kindern. Tom Kaulitz habe als Partner ohne Kind das «geringste Gewicht» in der Beziehung, so Eyckmanns Urteil. Im Klartext: Es sei möglich, dass sie sich von Tom ohne weitere Verpflichtungen trennen könne. Mit den Vätern ihrer Kinder sei sie jedoch weiterhin auf Elternebene verbunden.

Grosse Kluft der Karrieren

Das Wichtigste seien in der Ehe Kaulitz aber die gemeinsamen Werte und Ziele, findet die Fachfrau weiter – und dass sich Heidi und Tom auf Augenhöhe begegnen. «Dann haben sie die gleiche Wahrscheinlichkeit wie alle anderen Paare, dass die Ehe hält», ist Eyckmanns überzeugt.

Doch genau das könnte ein weiterer Knackpunkt sein: In Sachen Karriere gibt es zwischen einer der erfolgreichsten Geschäftsfrauen Amerikas und dem Gitarristen der Band Tokio Hotel, die ihre besten Tage hinter sich hat, eine grosse Kluft.
Machtfaktor Geld werde oft verharmlost

Daher sei in der Ehe der beiden auch das Thema Finanzen nicht zu unterschätzen, ergänzt Paartherapeut Klaus Heer. Aus einem bestimmten Grund: «Das Geld – egal ob wenig da ist oder sehr viel – stellt einen Machtfaktor in der Beziehung dar», sagt er zu SI online. «Viele Paare übersehen oder verharmlosen ihn.»

Ebenfalls an seine Grenzen bringen könne das Paar der Faktor des (bereits vorhandenen) Nachwuchses. «Besonders belastend sind die Kinder, vor allem in Patchworkfamilien. Sie erfordern oft ein Übermass an Eltern-Solidarität», erklärt der Psychologe.

Derzeit weilt das Paar nach wie vor auf Capri und geniesst die unbeschwerte Zweisamkeit. Dukas

Altersunterschied sei «belanglos»

Als problemlos stuft Heer dagegen den grossen Altersunterschied zwischen Klum und Kaulitz ein. «Das Alter ist belanglos, wenn es um das Gelingen der Liebe geht.» Dass die beiden gerade in total unterschiedlichen Lebensphasen seien, sieht der Experte als Chance. Jeder Unterschied zwischen Ehepartnern mache beide interessant füreinander. «Ihre Beziehung wird lebendig und geschmeidig.»

Ihre coolsten Bilder

Heidi und Tom: Seit einem Jahr verliebt wie verrückt

Können Sie sich noch an Tokio Hotel erinnern? Spätestens dieses Bild sollte die kurlige Boyband wieder in Erinnerung rufen. Tom und Bill Kaulitz, Georg Listing, und Gustav Schäfer, (v. l.) haben bis heute eine riesige Fangemeinde und gehören seit 2005 zu den erfolgreichsten Bands aus dem deutschsprachigen Raum. Getty Images

(Mini-)Problem bereits in den Flitterwochen

Die grossen Herausforderungen für Heidi und Tom kommen also erst noch. Eine kleine «Hürde» hatten die beiden Eheleute allerdings bereits in den Flitterwochen zu meistern, wie RTL berichtet: Wie schon vor einem Jahr hätten die beiden vorgehabt, in der berühmten «Blauen Grotte» schwimmen zu gehen, was strengstens verboten ist. Die italienische Polizei habe sie diesmal jedoch vor der Grotte gestoppt – und dem Paar eine Strafe von umgerechnet rund 6500 Franken aufgebrummt, so der Sender. Für das Topmodel und den Musiker dürfte das Bezahlen dieser Busse allerdings ein Klacks sein.
Dr. Klaus Heer: Psychologe – Paartherapeut – Autor  © 2019